Weltnierentag 2026: : Nierenkrankheiten oft zu lange unbemerkt

Am 12. März 2026 findet zum 20. Mal der internationale „Weltnierentag“ statt. Unter dem Motto „Für Menschen sorgen, den Planeten schützen“ möchte der Aktionstag darauf aufmerksam machen, dass die wachsende Herausforderung in der Betreuung und Behandlung chronischer Nierenkrankheiten eng mit dem Schutz der Umwelt und des Planeten Erde verbunden ist.

90 Prozent Funktionsverlust – ohne Beschwerden

In Deutschland leben schätzungsweise 8 bis 10 Millionen Menschen mit einer chronischen Nierenkrankheit. Das Tückische: Die Nieren können bis zu 90 Prozent ihrer Funktion verlieren, bevor erste Symptome auftreten.

Schon mit moderater Nierenfunktionseinschränkung steigt das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle, Blutarmut, Knochenerkrankung und ein letztliches Nierenversagen deutlich an. Nierenkrankheiten stehen gemäß einer neueren Arbeit im Wissenschaftsjournal The Lancet auf Platz 9 der Erkrankungen mit dem größten Verlust an Lebensjahren – Tendenz weiter deutlich steigend. Die Veränderungen unserer Umwelt durch den Klimawandel unseres Planeten tragen schon heute zu vielfachen weiteren Nierenkomplikationen bei.

Ein Nierenversagen ist nur durch eine Dialysebehandlung oder eine Transplantation lebenserhaltend behandelbar. In Deutschland sind rund 90.000 Menschen auf die Dialyse angewiesen. Etwa 8.500 warten auf ein Spenderorgan, mehr als drei Viertel auf eine Niere. Im Jahr 2024 wurden 1.391 Nieren transplantiert.

Nephrologen haben eine zentrale Rolle bei der Diagnose, Therapie und chronischen Betreuung

Nephrologinnen und Nephrologen in Deutschland behandeln in der ambulanten Versorgung den weitaus größten Teil der verschiedenen Formen von akuten und chronischen Nierenkrankheiten. Neben der spezialisierten ambulanten Behandlung in Nieren- und Dialysezentren werden Patientinnen und Patienten heute auch schon vielfach sektorenübergreifend im Rahmen von Klinikaufenthalten langfristig und wohnortnah betreut.

„Nierenkrankheiten verlaufen oft lange unbemerkt. Ambulant tätige Nephrologinnen und Nephrologen garantieren eine hochwertige, wohnortnahe nephrologische Versorgung der Patientinnen und Patienten und haben daher einen entscheidenden Anteil daran, dass schwere Verläufe verhindert werden und die Lebensqualität erhalten bleibt“, erklärt Dr. Michael Daschner, Vorsitzender des Berufsverbands der Nephrologinnen und Nephrologen in Deutschland.

Serviceangebote

Nierentelefon
Der DN bietet gemeinsam mit dem Bundesverband Niere e.V. jeden Mittwoch von 16:00 bis 18:00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 248 48 48 einen Beratungsservice an.
Expertinnen und Experten beantworten medizinische sowie sozialrechtliche Fragen rund um Nierenerkrankungen.

Online-Quiz zur Risikoeinschätzung
Da Nierenerkrankungen lange unbemerkt bleiben können, hilft ein Online-Quiz dabei, mögliche Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen. Es ersetzt keinen Arztbesuch, bietet aber eine erste Orientierung: https://kidneyquiz.theisn.org/de/index.html


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