Eine diabetische Nephropathie führte früher im Mittel nach nur fünf bis sieben Jahren zum Tod. In den letzten Jahrzehnten kam es jedoch zu vielen Veränderungen sowohl in der Therapie als auch im Lebensstil der Patienten.
Seit der Einführung einer strengeren Blutdruckeinstellung (einschließlich langfristiger RAS-Hemmung), Blutfett- und Glukosekontrolle – besonders in Verbindung mit Nikotin-Stopp und Änderungen im Lebensstil, ist die derzeitige Prognose der diabetischen Nephropathie unzureichend bekannt und analysiert. Daher wurden aktuell 497 Typ-1-Diabetiker mit Nephropathie nach identischen Kriterien mit früheren Daten verglichen. Die Ausgangs-GFR (51Cr-EDTA-Plasmaclearance) betrug im Mittel 71 ml/min/1,73 m2. Der mittlere jährliche GFR-Verlust ist signifikant geringer geworden, von früher 4,0 auf heute 3,3 ml/min/1,73 m2 (entspricht einer Verbesserung um 19%). Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 9 Jahren kam es bei 29% der Patienten zur Kreatininverdopplung oder Dialysepflicht. Das Mortalitätsrisiko war zunächst ähnlich zur früheren Erhebung; bei Altersadjustierung (da eine Nephropathie erst später auftritt) war die Mortalität um 30% niedriger als früher. Die Risikofaktoren für GFR-Verlust, Tod oder andere renale Endpunkte stimmten im Allgemeinen mit denjenigen von damals überein. Zusammenfassend hat sich die Prognose der Nephropathie bei Typ-1-Diabetes durch die bessere Kontrolle modifizierbarer Risikofaktoren verbessert, der Nierenfunktionsverlust wurde verlangsamt.

Studie: Andrésdóttir G, Jensen ML, Carstensen B et al. Improved prognosis of diabetic nephropathy in type 1 diabetes. Kidney Int 2015; 87 (2): 417-26