Forscher an der Keck School of Medicine in Los Angeles haben eine retrospektive Kohortenstudie zu Vor- und Nachteilen der Verwendung von Shunts bzw. Grafts erstellt.

In der Studie mit 16.464 dialyseabhängigen Patienten ≥ 66 Jahren, bei denen ein arteriovenöser Shunt (AV-Shunt) oder eine arteriovenöse Kunststoffprothese (Graft) gelegt wurde, waren die Shunts in den ersten 12 Monaten mit einer etwas geringeren Mortalität assoziiert als die Grafts.

Andererseits musste die Prozedur in den ersten 12 Monaten nach Legen des Shunts häufiger wiederholt werden als bei Legen eines Grafts. In der Shunt-Gruppe kam es zudem häufiger zur Platzierung von getunnelten Kathetern. Das Shunt-/Graft-/Katheter- freie 1-Jahres-Überleben war nach Shunts niedriger als nach dem Legen eines Grafts. In den 12 Monaten nach Legen von Shunt oder Graft lag die Mortalität in der Shunt-Gruppe bei 28,2 % und in der Graft-Gruppe bei 29,9 % (p=0,03). Das erneute Legen eines Gefäßzuganges, sei es Shunt oder Graft, war bei 26,9 % in der Shunt-Gruppe und 16,7 % in der Graft-Gruppe (p<0,001) notwendig. Es gab keinen signifikanten Unterschied bei der Zahl der Patienten, die in den 12 Monaten nach Legen des Gefäßzuganges einen getunnelten Hämodialysekatheter benötigten (Shunt 28,4 % vs. Graft 27,3 %; p=0,19). In der Shunt-Gruppe benötigten 44,4 % der Patienten einen erneuten Zugang und/oder einen getunnelten Katheter, verglichen mit 33,7 % in der Graft-Gruppe (p<0,001). 65 Tage nach dem Legen des Shunts/ Grafts lag das Shunt-/Graft-/Katheter-freie Überleben in der Shunt-Gruppe bei 39,7 % und in der Graft-Gruppe bei 46,0 % (p<0,001). Der Shunt war assoziiert mit einem höheren Risiko für Verlust an Shunt-/Graft-/Katheter-freiem Überleben, und dies mit einer Odds Ratio von 1,19.

Autoren: Woo K et al.
Korrespondenz: Division of Vascular Surgery and Endovascular Therapy, Keck School of Medicine, University of Southern California, Los Angeles, California.
Studie: Early Failure of Dialysis Access among the Elderly in the Era of Fistula First